Januar 27th, 2010 von
Helmut_Reich
Apple-Fans und iPhone-Süchtige haben es schon lange gewusst: Steve Jobs, der Chef des amerikanischen Technologieunternehmens Apple, ist der beste Manager der Welt. Zu diesem Ergebnis kam nun auch eine Untersuchung des angesehenen Wirtschaftsfachblatts „Harvard Business Manager“. Einzig relevant für das Ergebnis dieser Studie war jedoch der nachhaltige, finanzielle Erfolg.
Um eindrucksvolle 150 Milliarden Dollar steigerte Jobs den Börsenwert von Apple seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren. Sicherlich nicht nur die Leistung einer einzelnen Person, sondern aller Mitarbeiter des Konzerns. Doch gerade bei Apple wird deutlich, wie stark ein innovatives Unternehmen von seinem Firmenchef abhängig sein kann. Als Jobs zwischenzeitlich schwer krank wurde, fiel sofort auch der Börsenkurs.
Mit weitem Abstand folgt auf dem zweiten Rang ebenfalls ein Elektronikkonzernchef. Der als harter Sanierer bekannt gewordene Yun Jong-Yong schaffte für das südkoreanische Unternehmen Samsung ein Plus von 127 Milliarden Dollar. Auf Platz drei kommt dann schon ein russischer Manager: Alexej Miller leitet den Energieversorger Gazprom und konnte den Amerikaner John Chambers von Cisco und den Inder Mukesh Ambani von Reliance Industries auf die folgenden Ränge verweisen.
Als beste Frau landete Margaret Whitmann vom Internetauktionshaus Ebay auf dem achten Rang. Enttäuschend das Abschneiden der oft hoch gelobten deutschen Manager, von denen es keiner in die Top 50 der Untersuchung schaffte. Lediglich Harry Roels, der für fünf Jahre an der Spitze des Essener Energiekonzerns RWE stand, rangiert auf Platz 34 – der sich mittlerweile im Ruhestand befindliche Roels ist allerdings ein gebürtiger Niederländer.
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Januar 22nd, 2010 von
Helmut_Reich
Wer in diesen Tagen einem guten Freund oder der lieben Tante einen Geburtstagsgruß mit der Post schicken möchte, der sollte vorher die Farbwahl des Umschlags bedenken. Nicht etwa aus ästhetischen Gründen, sondern um sicher zu gehen, dass die Glückwünsche auch pünktlich beim Empfänger ankommen. Die Deutsche Post hat nämlich den Preis für farbige Umschläge von 55 Cent auf stolze 90 Cent erhöht – ein Strafporto für grüne oder rote Briefe droht.
Eine kuriose Regelung, die damit begründet wird, dass die Schrift auf farbigen Umschlägen für Maschinen oft unlesbar sei und diese daher von Hand sortiert werden müssen. Schon vor Weihnachten wurde diese Maßnahme publik, bei den Festtagsgrüßen drückte das Unternehmen allerdings nochmal ein Auge zu. Nun jedoch kassiert der ehemalige Monopolist ab – und steht auch aus anderen Gründen in der Kritik: Politiker fordern eine Aufspaltung der Post, da der angestrebte Wettbewerb nicht so richtig in Gang kommen will.
Ein geplantes Entflechtungsgesetz sieht vor, dass marktbeherrschende Unternehmen in Zukunft gezwungen werden können, Teile ihres Betriebs zu verkaufen. Die Deutsche Post wäre so ein Fall – wie auch Energiekonzerne, die Deutsche Bahn und unter Umständen sogar große Banken. Besonders das Briefgeschäft wird von den Kritikern der Post gerne angeführt – die Strukturen seien hier weiterhin recht monopolistisch. Zwar gebe es Wettbewerber, doch die seien noch immer zu klein.
Auffällig ist tatsächlich, Briefkästen finden sich nur von der Deutschen Post. Doch diese lässt sich vorerst nicht beirren und hat sich nach dem zweifelhaften Coup mit dem erhöhten Porto für farbige Umschläge schon wieder etwas Neues einfallen lassen: Briefe sollen zukünftig auch digitalisiert und per Internet verschickt werden können, besonders für Firmenkunden soll das praktisch sein. Kennt man schon lange unter dem Namen E-Mail? Egal, diese ist meist kostenlos – die Post wird natürlich eine Gebühr für diese höchst innovativen Online-Briefe verlangen.
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Januar 12th, 2010 von
Helmut_Reich
Ein schneller Blick beim Frühstück auf das iPhone: „Oh, mein Zug hat 20 Minuten Verspätung“ – da reicht die Zeit noch für eine zweite Scheibe Brot. Oder der Kinofilm am Abend: Man müsste mal dringend zur Toilette, doch dadurch werden womöglich wichtige Szenen des Films verpasst. Auch hier hilft das iPhone, per Signalton wird angezeigt, wann man schnell für zwei Minuten verschwinden kann, ohne Entscheidendes zu verpassen.
Möglich machen diese kleinen und großen Lebenserleichterungen das iPhone des amerikanischen Computer- und Handyherstellers Apple. Applikationen, kurz App, werden diese Programme genannt, die gegen Gebühr oder kostenlos auf das inzwischen so beliebte und weit verbreitete Gerät geladen werden können. Zwischenstände beim Fußball, Börsenkurse, das Wetter am Urlaubsort – über nahezu alles ist man so informiert.
Auch die Medienbranche hat diese Anwendung nun für sich entdeckt. Und plötzlich sollen die Apps die Verlage aus ihrer strukturellen Krise retten. Informationen wandern verstärkt ins Internet ab, die meisten Zeitungen und Zeitschriften verlieren an Auflage, in den USA gibt es bereits Großstädte ohne Tageszeitung. Kein Wunder, denn nahezu eine komplette Generation ist mit Handy und Internet aufgewachsen, da spielen schnell veraltende Zeitungen, so hintergründig sie auch berichten mögen, keine große Rolle mehr.
Das Problem der Verlage ist, dass ihre einst so wertvollen Inhalte im Internet quasi verschenkt werden, da sie überall kostenfrei zur Verfügung stehen. Nun gibt es Versuche, Artikel gegen Gebühren zu verkaufen – der Verlag Axel Springer sieht sich hierzulande in einer Vorreiterrolle. Besonders groß ist daher auch der Aufschrei aus diesem Hause, da die gebührenfinanzierte ARD ihre Tagesschau in Zukunft als App anbieten will. Der Untergang der Medien wird plötzlich von den Verlagen prophezeit. Wohlgemerkt, wegen einer simplen Ankündigung.
Stimmungsmache hin oder her, hier werden die Apps wohl deutlich überschätzt. Denn die Inhalte der Tagesschau sind schon jetzt für jeden im Internet frei zugänglich. Da wird eine optisch aufgehübschte Aufbereitung für das iPhone sicher keine große Rolle mehr spielen. Die Panik der Medienhäuser ist also übertrieben, diese Energie sollte lieber in qualitativ hochwertige Premiuminhalte investiert werden, denn nur dann wären die Nutzer auch bereit, dafür im Internet Geld zu zahlen.
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Januar 6th, 2010 von
Helmut_Reich
Vor zehn Jahren war es das große Thema. Die Umstellung der Computersysteme auf das neue Jahrtausend. Von einem drohenden „Millenium-Bug“ war in den Tagen vor dem Jahreswechsel 1999/2000 weltweit die Rede. Vom Ausfall aller Ampeln, medizinischer Geräte bis hin zum Absturz von Flugzeugen – die schlimmsten Szenarien wurden damals erwartet, passiert ist nahezu nichts. Doch mit einer Dekade Verspätung hat uns das Problem nun doch noch eingeholt.
Seit dem Neujahrstag sind in Deutschland viele Millionen Geld-, EC- und Kreditkarten unbenutzbar geworden. Die Software hat die Umstellung auf das Jahr 2010 nicht verkraftet, die neue Jahreszahl konnte nicht verarbeitet werden. Ratlose und verärgerte Kunden vor den Bankautomaten oder an der Supermarktkasse sind die Folge. Vor allem die Karten der Sparkassen, der Commerzbank und der Postbank waren von dem Fehler in einem Sicherheitschip betroffen.
In unserem durchtechnisierten Zeitalter eine unglaubliche Panne. Was den Kunden bleibt, ist der Gang zum Bankschalter – so wie im vergangenen Jahrhundert üblich. Oder das Abheben von Bargeld bei einem anderen Bankinstitut. Das funktioniert in der Regel, kostet jedoch oft Extragebühren, die laut Auskunft einer Verbraucherzentrale nicht erstattet werden müssen. Weitaus schwieriger gestaltet sich das Problem für Urlauber oder Geschäftsreisende im Ausland.
Teuer könnte die ganze Malaise auch für die Banken selbst werden. Der möglicherweise erforderliche Umtausch aller betroffenen Karten, schätzungsweise 30 Millionen Stück, könnte sie einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Und auch der Handel klagt wegen der streikenden Plastikkarten über massive Umsatzeinbußen. 2010 sollte eigentlich das Jahr werden, in dem nach der Finanzkrise wieder positiv nach vorne geschaut werden sollte – es begann jedoch mit einem Rückfall um ein ganzes Jahrzehnt. Mindestens.
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Januar 2nd, 2010 von
Helmut_Reich
Alles neu ab Montag in den Bankfilialen. Mit dem Jahreswechsel ist eine Regelung in Kraft getreten, die besagt, dass Beratungsgespräche mit Kunden ausführlich protokolliert werden müssen. Egal, ob es sich um Aktien, Fonds oder Anleihen handelt. Damit hat der Gesetzgeber auf die Finanzkrise reagiert, die zum Teil zu herben Verlusten bei Anlegern geführt hatte, die sich daraufhin über mangelnde Beratung durch die Banken beschwerten. Viele Klagen auf Schadenersatz aus dieser Zeit sind noch immer nicht entschieden.
Durch die Beratungsprotokolle soll für die Zukunft mehr Rechtssicherheit geschaffen werden. Zuvor lag es zumeist am Kunden, den Beweis einer schlechten oder unzureichenden Beratung zu erbringen. Nun muss alles genau aufgelistet werden, die Kundenwünsche, die Dauer des Gesprächs und sogar die Produkte, über die gesprochen wurde, ohne dass es zu einem Kauf kam. Auch die Risikobereitschaft des Kunden wird nun schriftlich festgehalten. Denn nur wenn diese sofort vermerkt wird, kann die Angemessenheit des verkauften Wertpapiers im Streitfall besser eingeschätzt werden.
Ohne Protokolle geht es nur noch, wenn einer Direktbank Aufträge telefonisch oder per Internet erteilt werden. Hier geht man davon aus, dass die Kunden über Produkte und Risiken ausreichend informiert sind. Doch bei jeder normalen telefonischen Bankberatung wird nun auch eine Niederschrift fällig. Der Bundesverband der Banken weist daraufhin, dass im Fall eines Telefonats sogar ein einwöchiges Rücktrittsrecht besteht.
Insgesamt also eine große Umstellung für alle Berater – und auch für die Kunden. Zwar gab es auch zuvor schon Protokolle, doch diese wurden oft nicht ausgehändigt. Dennoch: die Chance, dass die Beratung fairer und transparenter verläuft, ist durch die neue Reglung deutlich erhöht. Zuvor stand das zu verkaufende Produkt leider oft schon vor dem Gespräch fest, auf die wahren Bedürfnisse des Kunden wurden in vielen Fällen keine Rücksicht mehr genommen – mit den bekannten, fatalen Folgen. Die bürokratischen Konsequenzen müssen nun alle Beteiligten tragen.
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