Die Europäische Zentralbank (EZB) besteht seit nunmehr 13 Jahren und ist unter anderem für die Geldpolitik innerhalb der Euro-Zone zuständig. Durch eine geschickte Zinspolitik sollen sowohl die Preise stabil bleiben als auch die Wirtschaft in den einzelnen Ländern möglichst ohne allzu große konjunkturelle Schwankungen wachsen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Präsident, der die Richtung vorgibt und als Kopf der EZB in den Medien stets besonders beobachtet wird. Bislang hatten Wim Duisenberg von 1998 bis 2003 und seitdem Jean-Claude Trichet diese Funktion ausgeübt. Trichets Amtszeit endet nun turnusgemäß nach acht Jahren im Herbst 2011, ein Nachfolger wird bereits gesucht. Mit Blick auf die Euro-Krise und aufkommende Inflationstendenzen eine durchaus spannende Herausforderung

Gute Chancen wurden ursprünglich dem deutschen Banker Axel Weber zugerechnet, was sich aber durch seinen Rücktritt als Chef der deutschen Zentralbank vor einigen Wochen mittlerweile erledigt hat. Und damit wohl auch die deutschen Ambitionen auf diesen prestigeträchtigen Posten. Offenbar läuft nun alles auf den italienischen Notenbankchef Mario Draghi hinaus.

Italien hat sich in der Vergangenheit zwar nicht gerade als ein Hort der Geldwertstabilität erwiesen, doch Draghi gilt als weltweit anerkannter und erfahrener Finanzfachmann, dessen Kandidatur nun offiziell von Frankreich getragen wird. Damit dürfte wohl auch die deutsche Unterstützung für den Harvard-Professor über kurz oder lang sicher sein.

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