Krisenzeiten erfordern oft besondere Maßnahmen. Für zehn südostasiatische Staaten Grund genug, eine gigantisch große Freihandelszone zu planen. Nach europäischem Vorbild wollen sich Länder wie China, Japan und Südkorea, aber auch Indien und Australien zusammenschließen – das Gebiet würde insgesamt etwa ein Drittel des weltweiten Bruttosozialproduktes ausmachen.

Das ist das beeindruckende Ergebnis mehrerer Gipfeltreffen dieser Staaten in Thailand. Chinas Einfluss in der Region würde durch diese Abkommen weiter zunehmen, westliche Staaten und darunter vor allem die USA könnten die Leidtragenden dieser neuen Wirtschaftszone sein. Nur Japan scheint daran nicht sonderlich interessiert zu sein, zu stark sind die Verbindungen mit dem amerikanischen Partner gewachsen. Australien plädiert dagegen für einen Mittelweg.

Doch die nachhaltige Verschiebung der Kräfteverhältnisse in der globalen Wirtschaft wird hier erneut deutlich. Aus der Wirtschaftskrise scheint Asien sowieso schon gestärkt hervorzugehen, die Erholung verläuft hier deutlich fortgeschrittener als in den westlichen Ländern. Die meisten Staaten der Boomregion haben schon fast wieder ihre hohen Wachstumszahlen aus der Zeit vor der Finanzkrise erreicht.

Mit dem geplanten Zusammenschluss zu einer riesigen Wirtschaftsregion, in der die Hälfte der Menschheit leben wird, ist ein weiterer Schritt getan, der die Position der USA als führende Wirtschaftsmacht gefährden kann. Ende des Jahres kommt es zu einem erneuten Treffen der südostasiatischen Staaten, diesmal in Australien – dann sollen die Pläne weiter konkretisiert werden.

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