Große Tanker haben zwar eine Menge Kraft, sind aber deutlich weniger wendig als kleine Segelschiffe. Das trifft auch auf Industriekonzerne zu, die ihr Geschäftsmodell neuen Begebenheiten nicht so schnell anpassen können wie beispielsweise ein flexibles Start-Up-Unternehmen. Gut beobachten lässt sich dies derzeit am deutschen Energiemarkt.

Nach der Katastrophe von Fukushima folgte schnell ein breites gesellschaftliches Umdenken, selbst ehemals atomfreundliche Politiker forderten nun das Ende der Kernenergie. Das Ergebnis ist bekannt, der Atomausstieg in Deutschland beschlossene Sache. Zum Leidwesen der großen Energiekonzerne, die mal mehr und mal weniger dagegen protestierten.

Wenig zu hören war dagegen bislang vom Mischkonzern Siemens, der weltweit gut an der Atomkraft verdient hat. So war das Münchener Unternehmen auch am Bau der deutschen Kernkraftwerke beteiligt. Doch nun ließ Vorstandschef Peter Löscher in einem Nachrichtenmagazin verlauten, dass Siemens aus der Atomkraft aussteigen werde.

Die eigentlich auf diesem Gebiet geplante Zusammenarbeit mit dem russischen Konzern Rosatom werde umgewandelt und auf das Gebiet Medizintechnik beschränkt, hieß es dazu von russischer Seite. Im Bereich Energie setzt Siemens jetzt verstärkt auf erneuerbare Quellen wie Windkraft und Solarthermik, wenn auch die Gewinnmargen hier nicht mehr ganz so hoch sein dürften.

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