April 29th, 2010 von
Helmut_Reich
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Was in der Politik schon oft bewiesen wurde, gilt noch mehr für die Wirtschaft. Frühes Handeln sichert hier die größten Umsätze und die besten Gewinnmargen. Besonders gut zu beobachten auf dem Handy-Markt mit dem Aufkommen der Smartphones. Erst gab es dort das Blackberry des Unternehmens Research In Motion, das sich zügig vor allem unter Managern verbreitete.
Dann folgte Apples iPhone, welches schnell massentauglich und noch erfolgreicher wurde. Doch wo Gewinner sind, gibt es immer auch Verlierer. In diesem Fall ist es ein großes Unternehmen aus Finnland, das vor zehn Jahren noch auf der Sonnenseite stand. Ein Handy von Nokia war ein Muss, wenn man hipp und auf der Höhe der Zeit sein wollte. Der Weltmarktführer war der Konkurrenz technisch weit überlegen, versäumte es aber, seinen Vorsprung weiter auszubauen.
Die neue Entwicklung hin zum mobilen Internet wurde verpasst, die einst stolze Marke verkommt mehr und mehr zu einer Billigvariante des Handys. Auch beim mittlerweile schon fast obligatorischen Touchscreen hat der Konzern den technischen Anschluss und damit seinen einst exzellenten Ruf verloren. Obwohl Nokia noch immer Gewinne erwirtschaftet, brach der Aktienkurs nach Veröffentlichung der jüngsten Zahlen dramatisch ein. Kein Wunder, denn die Zukunftsprognosen für die Finnen sind so düster wie eine lange Dezembernacht in Helsinki.
Geschrieben in Allgemein |
1 Kommentar »
April 26th, 2010 von
Helmut_Reich
Da braut sich schon wieder was zusammen an der Börse. Deutlich und stetig bergauf ging es mit den Aktien in den vergangenen Tagen. Sogar das Wort Kursrally taucht wieder in den Medien auf. Der Dax schloss heute mit 6332 Punkten – so hoch stand der Index seit September 2008 nicht mehr. Nur zur Erinnerung: In dem Monat brach die US-Bank Lehman Brothers zusammen, schickte die Börsen weltweit auf Talfahrt und riss auch die reale Wirtschaft mit.
Mittlerweile zeigen sich weltweit zwar vermehrt Erholungstendenzen. So vermeldet China bereits wieder zweistellige Wachstumsraten, in den USA häufen sich Firmenfusionen und Übernahmen – meist ein Zeichen für eine rund laufende Wirtschaft. Doch ist die Gefahr eines erneuten Absturzes wirklich gebannt?
Die Risiken sind hoch: Die Schuldenkrise in der Euro-Zone ist lange noch nicht ausgestanden, dem griechischen Desaster könnten einige andere Länder folgen. Und in den USA nimmt die Lage auf dem Markt für Gewerbeimmobilien bedrohliche Formen an, die an die Hypothekenkrise vor zwei Jahren erinnert. An den Börsen weiß man das alles, doch die Kurse halten sich bekanntermaßen nicht immer an die Realität. Zu viele Gewinne wurden in den vergangenen Wochen gemacht, jetzt will plötzlich wieder jeder so viel mitnehmen wie möglich – doch wie lange geht das noch gut?
Geschrieben in Allgemein |
1 Kommentar »
April 22nd, 2010 von
Helmut_Reich
Der Mittelstand wurde von der Finanzkrise besonders heftig getroffen. Starke Umsatz- und Gewinneinbrüche, aber auch Schwierigkeiten in der Finanzierung belasteten das Geschäft der Unternehmen, die gemeinhin als Stütze der deutschen Wirtschaft angesehen werden. Die Commerzbank, die mit einem jährlichen Kreditvolumen von 130 Milliarden Euro als größter Mittelstandsfinanzierer des Landes gilt, hat sich daher den für viele Finanzinstitute wichtigen Kundenstamm genauer angesehen.
In der heute in Frankfurt am Main und an anderen Orten vorgestellten Studie “Mittelstand in der Krise - Umsteuern für den Aufschwung?” befragte die Bank bundesweit rund 4000 mittelständische Unternehmen. Ein wichtiges Ergebnis: 62 Prozent der befragten Unternehmen nehmen die Krise nicht zum Anlass, ihre Strategie zu ändern. Das Geschäftsmodell bleibt also bestehen und kommt nicht auf den Prüfstand.
Mut zur Veränderung zeigt immerhin ein gutes Drittel der Unternehmen, vor allem die Branchen Chemie, Pharma, Maschinenbau, IT und Telekommunikation sind dazu bereit. Stattdessen wollen die meisten Mittelständler laut Studie weiter ihre Kosten senken, Preiskürzungen bei Zulieferern stehen ganz oben auf der Sparliste. Bei den Personalkosten soll dagegen weniger gekürzt werden – wahrscheinlich das richtige vorausschauende Verhalten ob des Fachkräftemangels.
Nicht gefragt wurde in der Studie übrigens nach möglichen Finanzierungsschwierigkeiten im Mittelstand. Doch eine so genannte Kreditklemme, über die in den vergangenen Monaten viel diskutiert wurde, soll es nach Bankerangaben ja auch gar nicht geben.
Geschrieben in Allgemein |
Keine Kommentare »
April 20th, 2010 von
Helmut_Reich
Eyjafjallajökull hat Europa noch immer im Griff. Der isländische Vulkan stößt weiter seine Asche aus, die auf den Kontinent zutreibt. Die giftige Wolke, die vor allem den Luftverkehr gefährdet, wird zwar mittlerweile kleiner, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Seit Tagen stehen die Flieger still, zigtausende Reisende hängen auf Flughäfen fest, Urlaube werden storniert und Geschäftstermine platzen.
Für viele ist das aber auch ein Moment der Ruhe und des Nachdenkens. Wie abhängig sind wir von der Technik? Und wie hilflos gegenüber solch unberechenbaren Naturgewalten? Für andere stehen dagegen die nackten Zahlen im Vordergrund. Die Ausfälle für die Volkswirtschaft im Allgemeinen und für die Konzerne im Speziellen werden rasch errechnet. Natürlich immer verbunden mit der Forderung, den Luftraum wieder frei zu geben – so schlimm werde es schon nicht sein.
Was völlig fehlt, ist ein schlüssiges Konzept, wie es weitergehen soll, wenn der Vulkan noch länger seine große Giftwolke produziert. Dieser Zustand kann nämlich Monate andauern. Oder aber der wesentlich größere Nachbarvulkan Katla bricht aus. Viele Experten würde es nicht überraschen, wenn er genauso wie vor knapp 200 Jahren von seinem kleinen Bruder angesteckt wird.
Die Folgen für Europa wären dann womöglich wesentlich schlimmer als momentan. Doch daran denken die Zahlenmenschen nicht. Sie fordern stattdessen die schnellstmögliche Rückkehr zum alten (gewinnbringenden) Zustand. Die unterwegs gestrandeten Menschen helfen sich derweil lieber selbst. Unzählige spontane Fahrgemeinschaften sind bereits entstanden – den oft geschmähten sozialen Netzwerken Twitter und Facebook sei Dank.
Geschrieben in Allgemein |
Keine Kommentare »
April 16th, 2010 von
Helmut_Reich
In einem Song des Liedermachers Reinhard Mey heißt es, dass die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sei. Dies trifft in diesen Tagen in einem ganz besonderen Maß auf Nordeuropa zu, denn der Flugverkehr ist zum Großteil eingestellt. Ein Vulkanausbruch auf Island hat eine solch starke Aschewolke in die Luft gepustet, dass Flugzeuge aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres nicht mehr starten dürfen.
Das Flugverbot macht sich mittlerweile überall bemerkbar, nicht nur bei den direkt Betroffenen wie am Flughafen festsitzenden Urlaubern oder Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Rückflug aus den USA statt nach Berlin nur bis Lissabon ging. Überfüllte Züge, belagerte Autovermieter, volle Hotels, liegen bleibende Pakete, abgesagte Tagungen und verschobene Konzerte sind die Folgen. Die Abhängigkeit vom Flugverkehr wird schon nach einem Tag Stillstand jedem deutlich.
Die Börse spielt natürlich auch mit, die Aktien der großen Fluggesellschaften haben bereits deutlich verloren, den Konzernen drohen hohe Millioneneinbußen. Auch ein geplanter Streik deutscher Fluglosten wurde vorsorglich verschoben. Kein Wunder, wo keine Flugzeuge starten oder landen dürfen, gibt es auch wenig zu bestreiken.
Doch es gibt auch Profiteure der Situation: Menschen, die direkt an den Einflugschneisen großer Flughäfen leben oder arbeiten, freuen sich über eine ungewohnte Ruhe. Und Flugreisende in Köln, welche die Stadt nicht verlassen können, dürfen sich heute zum Trost kostenlos das Fußballspiel in der Bundesliga der heimischen Geißböcke gegen den VfL Bochum anschauen.
Geschrieben in Allgemein |
1 Kommentar »
April 14th, 2010 von
Helmut_Reich
Viele Fußballfans befinden sich derzeit in Hochstimmung. Die Bundesliga steuert, getragen von einem Zuschauerboom, auf ein spannendes Saisonfinale zu und zwei deutsche Mannschaften stehen im Halbfinale des Europapokals – das gab es schon lange nicht mehr. Doch damit nicht genug, denn ab dem 11. Juni findet vier Wochen lang die Weltmeisterschaft in Südafrika statt.
Auch wirtschaftlich geht es den meisten deutschen Spitzenvereinen im Gegensatz zu vielen Kontrahenten in Europa gut. Nun wurde zudem der volkswirtschaftliche Nutzen des beliebten Sports ermittelt. Die renommierte Unternehmensberatung McKinsey hat ihre Rechenmaschinen angeworfen, um als Ergebnis einer Studie genaue Zahlen präsentieren zu können.
Und siehe da, die Wertschöpfung im deutschen Fußball beträgt 5,1 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: das entspricht ungefähr dem Betrag, den der gesamte Versandhandel in diesem Lande erzielt. Auch der Fiskus profitiert mit Steuereinnahmen von 1,5 Milliarden Euro vom Kampf um das berühmte runde Leder.
Insgesamt hängen laut Untersuchung 70.000 Vollzeitarbeitsplätze vom Fußball ab. Damit können in Deutschland nur wenige Großkonzerne mithalten. Das Durchschnittseinkommen der durch den Sport geschaffenen Arbeitsplätze – zum Beispiel in der Gastronomie oder in der Textilbranche – beträgt jedoch lediglich 25.000 Euro im Jahr. Ein Betrag, über den viele Profis hierzulande nur schmunzeln: So viel bekommen sie jede Woche.
Geschrieben in Allgemein |
4 Kommentare »
April 8th, 2010 von
Helmut_Reich
Er war der Star der amerikanischen Bankenszene. Knapp 20 Jahre stand er an der Spitze der amerikanischen Notenbank Federal Reserve . Sein Wort hatte Gewicht, jeder Nebensatz wurde genau analysiert, bereits die tägliche Dicke seiner Aktentasche konnte Börsenkurse bewegen. Und wenn er frühmorgens sein geliebtes Bad nahm und über Geldpolitik nachdachte, dann schwappten die Wellen im Laufe des Tages bis Europa.
Alan Greenspan war nicht nur Bankern und Wirtschaftsexperten ein Begriff. Der mächtige Wirtschaftswissenschaftler genoss weltweite Bekanntheit und schaffte das Kunststück, unter vier verschiedenen US-Präsidenten im Amt zu bleiben und mehrere Börsenabstürze zu überstehen. Doch die jüngste Finanzkrise, die zumindest in ihrer gewaltigen Dimension erst nach seinem Rücktritt als Fed-Chef sichtbar wurde, wird auch ihm angekreidet.
Der 84 Jahre alte Ökonom muss sich nun vor dem US-Kongress verantworten. Seine Politik des billigen Geldes soll für die Blase am amerikanischen Immobilienmarkt mitverantwortlich sein. Greenspan verteidigt sich und die niedrigen Zinsen, für die er bekannt war. Stattdessen gibt er verärgert Banken und Ratingagenturen die Schuld an der Krise. Gewiss sind diese mitverantwortlich, doch etwas mehr Selbstkritik und Gelassenheit wären sicher angebracht, damit Greenspan seinen guten Ruf nicht komplett verliert.
Geschrieben in Allgemein |
Keine Kommentare »
April 5th, 2010 von
Helmut_Reich
Lange Schlangen vor Geschäften bedeuten oft, dass es den Menschen schlecht geht. Nahrungsmittelknappheiten nach Krisen oder Katastrophen fallen einem bei solchen Bildern sofort ein. Nur selten aber ist das Gegenteil der Fall: Ein Produkt steht zum Kauf, das neu ist. Ein Produkt, das keiner haben muss, aber alle haben wollen. Meist handelt es sich dabei um Luxus. Speziell handelt es sich in diesen Tagen um ein Gerät namens iPad.
Vor einigen Wochen wurde es vorgesellt. Nur per Video, doch das war genug, um einen Hype zu entfachen. Auch wenn der wahre Nutzen dieses vergrößerten iPhones ohne Telefonfunktion den meisten Experten noch immer verschlossen bleibt – es reicht mittlerweile wohl aus, dass ein neues Produkt des Technologiekonzerns Apple auf den Markt kommt. Weit mehr als 300.000 Verkäufe am ersten Tag sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache.
Die Konkurrenz staunt, finden doch ihre technisch ebenfalls mit hohem Aufwand produzierten Produkte bei weitem nicht so viele Abnehmer. Ein Markt scheint völlig verrückt zu spielen – in den Lehrbüchern zur Volkswirtschaft gibt es zwar Modelle für die Nachfrage nach Luxusgütern, doch das Phänomen „Fan-Käufer“ ist auch dort noch Mangelware.
Sicher ist: Der Preis regelt die Nachfrage nicht mehr, denn dieser ist den iPad-Käufern offensichtlich völlig egal. Die 500 Dollar für das Kultprodukt können ja woanders wieder eingespart werden. Zum Beispiel durch den Kauf billigerer Äpfel, auch wenn das ein paar Jahre dauern mag.
Geschrieben in Allgemein |
2 Kommentare »
April 2nd, 2010 von
Helmut_Reich
Die Veröffentlichung von Spitzengehältern aus der Wirtschaft ruft regelmäßig Neid hervor. In Deutschland werden besonders die Einkünfte des Josef Ackermann jedes Jahr aufs Neue intensiv diskutiert. So auch in diesem Frühjahr, als bekannt wurde, dass der Vorstandschef der Deutschen Bank im vergangenen Jahr knapp zehn Millionen Euro einstreichen konnte.
Das war ein großer Sprung gegenüber dem Vorjahr, als es bei dem Frankfurter Finanzriesen wegen der Wirtschaftsmisere ausnahmsweise keine Bonuszahlungen gab. Ackermann kam damals auf ein vergleichsweise bescheidenes Gehalt von 1,4 Millionen Euro. Doch egal, ob eine oder zehn Millionen Euro, es gibt Topverdiener auf diesem Planeten, die selbst über solch hohe Summen nur schmunzeln können.
Manager von Hedgefonds gehören dazu, denn sie verdienen oft ein Vielfaches des Ackermann-Salärs. Wie US-Medien berichteten, kassierte die Nummer eins unter diesen umstrittenen Investoren, David Tepper, im Krisenjahr 2009 etwa vier Milliarden Dollar. Den zweiten Rang belegt der bekannte Investmentbanker George Soros. Man könnte auf den ersten Blick sagen, mit 3,3 Milliarden Dollar knapp dahinter. Doch der Unterschied beträgt immerhin 700 Millionen Dollar, umgerechnet also mehr als eine halbe Milliarde Euro.
Der Verdienst des Deutsche-Bank-Chefs relativiert sich damit wieder, denn Tepper strich im vergangenen Jahr ungefähr 300 Ackermann-Gehälter ein. Und sein Erfolgsrezept hört sich überschaubar an: Er spekulierte mitten in der Finanzkrise auf eine Erholung der angeschlagenen Banken – dank massiver Staatshilfe gelang dies. Die Finanzinstitute wurden also mit Steuergeldern gerettet und Tepper ganz nebenbei zu einem noch reicheren Mann.
Geschrieben in Allgemein |
1 Kommentar »